Chinesische Kräutertherapie

Der klinische Einsatz von Heilkräutern macht mehr als zwei Drittel aller Behandlungen in den TCM-Krankenhäusern in China aus. Aus einer großen Anzahl von Heilkräutern (Wurzeln, Rinden, Blüten, Stengel und Blätter), seltener auch mineralischen oder tierischen Substanzen, werden für jeden Patienten individuelle Rezepturen zusammengestellt, die zur Behandlung seines Krankheitsbildes geeignet sind. Die Arzneimittel werden als »Rezeptur« vom TCM-Therapeuten zusammengestellt und werden traditionell in Form von Tees oder Abkochungen/Dekokten eingenommen. Sie können auch in Form von Konzentraten, konzentrierten Extrakten, Granulaten und Pillen eingenommen werden, die die Zubereitungsdauer für den Patienten erheblich verkürzen.

In der chinesischen Kräutertherapie geht es vor allem darum, den Körper von innen heraus zu therapieren. Darum wird diese Form der Therapie oft bei Erkrankungen der Inneren Organe angewendet, wie z. B. bei Magen – Darmerkrankungen, Atemwegserkrankungen, Hauterkrankungen, Gynäkologische Erkrankungen, usw.

 

Wie wirken die Arzneimittel?

Jedes chinesische Arzneimittel hat unverkennbare Charakteristika. Diese setzen sich aus seiner Geschmacksrichtung, dem Funktionsbereich, auf den es wirkt und seinem Temperaturverhalten zusammen.


Geschmacksrichtungen: süß, scharf, salzig, sauer, bitter, neutral, aromatisch (im Sinne von duftend) und adstringierend.


Jedes Arzneimittel hat mindestens eines dieser Geschmacksrichtungen, meist aber zwei oder mehrere. Die Geschmacksrichtungen sind nicht nur sinnlich wahrnehmbar, sondern haben auch bekannte Wirkungen im Körper: Salziges z.B. trocknet; Scharfes öffnet die Oberfläche und führt evtl. bis zum Schwitzen.
Jedes Arzneimittel wirkt in bestimmten Funktionsbereichen oder Organen. So kann die Heilkraft gezielt und differenziert genutzt werden.
Weiter ist das Temperaturverhalten wichtig. Bei einer neuen Erkältung wirken wärmende, evtl. heiße, auf keinen Fall kühle oder kalte Arzneimittel lindernd.

 

Zubereitung:

Kräuter in Reinform oder Pulver:
Topf aus Glas oder Edelstahl, am besten geeignet ist ein Topf aus Keramik. Wenn der Geschmack sehr unangenehm ist, nach der Einnahme einen Tropfen Zitronensaft auf die Zunge geben oder einig Rosinen kauen.

Den Deckel möglichst geschlossen halten, aber Überkochen vermeiden. 250 ml Wasser je 30 g Kräuter hinzufügen. Die Mischung zum Kochen bringen, dann den Herd auf mittlere/kleine Flamme schalten. Der Tee wird solange gekocht, bis nur noch ca.1/3 der Flüssigkeit vorhanden ist.

 

Als Granulat:
Ca. 4-6g (je nach Angaben des Therapeuten) Granulat in eine Tasse geben und in abgekochtem Wasser verrühren.

Einnahme:
2-3 mal täglich, morgens sofort auf nüchteren Magen, mittags vor dem Essen und Abends vor dem Schlafen gehen.

 

Allgemeiner Hinweis:

  • Bei Übelkeit in kleinen Mengen trinken.
  • Verdauungsfördernde Arznei nach dem Essen einnehmen;
  • stärkende Rezepte auf leeren Magen einnehmen;
  • Rezepte für Schlafstörungen vor dem Schlafen gehen einnehmen;
  • Unbedingt gewärmt (35-45 c) einnehmen, usw.

Diätetische Einschränkungen:

  • Nicht zusammen mit Milch, Milchprodukten, Kaffee und Tee einnehmen. Bei Einnehme von Tee oder Milchprodukten mindestens 30-40 Min. bis Einnahme eines Dekokts warten.
  • Schwer verträgliche, fette, rohe und kalte Speisen (z.B. Speiseeis) und irritierende Nahrungsmittel, z.B.Chili und scharf gewürzte Speisen, nicht unmittelbar vor der Dekokteinnahme verzehren.
  • Vor der Einnahme von stärkenden Rezepturen Rettich vermeiden